Anti-Aging

Ältere Menschen werden mit Omega-3 aus Fischöl weniger depressiv

Depression im Alter: weniger Fälle dank Omega-3 EPA und DHA


Eine französische Studie legt nahe, dass Omega-3 aus Fischöl, insbesondere EPA, depressive Symptome bei älteren Menschen unter antidepressiver Behandlung lindern könnte. Die Rolle von Omega-3 bei der Vorbeugung von Herzkrankheiten gilt mittlerweile als gesichert, sodass diese Substanzen bereits in Behandlungsprotokolle aufgenommen werden und – ebenso wie Medikamente – Patient*innen mit bestimmten Erkrankungen kostenlos verschrieben werden können. Eine in Frankreich durchgeführte Studie (*) untersuchte die Werte verschiedener Blutfette im Blut von 1390 älteren Menschen mit depressiven Beschwerden, um einen Zusammenhang mit dem Schweregrad der Beschwerden zu finden. Die statistische Analyse der Daten zeigte einen umgekehrten Zusammenhang zwischen dem Omega-3-Spiegel und der Intensität der Symptome, insbesondere bei Personen, die mit Antidepressiva behandelt wurden. Mit anderen Worten: Wer einen höheren Omega-3-Spiegel im Blut hatte, war weniger depressiv als jemand mit einem niedrigeren Wert.


Diese Ergebnisse stimmen mit zahlreichen epidemiologischen Studien überein, in denen ein Zusammenhang zwischen Depression und einem niedrigen Omega-3-Blutspiegel gefunden wurde. Das Neue an dieser Studie ist der besonders signifikante Zusammenhang zwischen dem Schweregrad der Depression, dem Omega-3-Spiegel und der Verwendung von Antidepressiva im höheren Alter. In der Forschung kommt es häufig vor, dass – manchmal nach Jahren der Forschung – Wissenschaftler*innen verschiedener Labore in kurzer Zeit zu denselben Schlussfolgerungen zu einem bestimmten Thema gelangen.


Andere Forscher*innen haben tatsächlich gezeigt, dass Omega-3 eine ähnliche Wirkung wie Fluoxetin (Wirkstoff von Prozac) hat bei der Behandlung von Depressionen, und dass eine Kombination beider Behandlungen eine höhere Wirksamkeit erzielt. Die beiden Studien zusammen legen nahe, dass ein guter Omega-3-EPA-Spiegel ein wichtiger Faktor für die medikamentöse Behandlung von Depressionen ist: Die Kombination der beiden Substanzen führt nämlich zu einer deutlichen Verbesserung, während der Einsatz von Medikamenten weniger wirksam ist, wenn der Omega-3-Spiegel besonders niedrig ist.



Quelle:

Féart et al. Plasma eicosapentaenoic acid is inversely associated with severity of depressive symptomatology in the elderly: data from the Bordeaux sample of the Three-City Study. Am J Clin Nutr. 2008 May;87(5):1156-62.