Ernährung

Bei Eskimos entdeckte genetische Variante, die an eine omega-3-reiche Ernährung angepasst ist

Eskimos: Ein Gen macht sie für eine omega-3-reiche Ernährung geeignet

Eine in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass die Inuit eine Genmutation tragen, die ihre Fettsäure-Desaturasen (FADS) besonders aktiv macht und ihnen ermöglicht, die großen Mengen an Omega-3-Fettsäuren aus dem Fisch, den sie täglich essen, besser zu verarbeiten.

Ein Volk, das sich fast ausschließlich von Fisch ernährt

Die Inuit sind ein Volk, das in den arktischen Regionen Grönlands, Kanadas und Alaskas lebt und sich traditionell fast ausschließlich von Fisch, Meeresfrüchten, Robben und Walen ernährt. Diese Ernährung ist extrem reich an langkettigen Omega-3-Fettsäuren – insbesondere EPA und DHA – und sehr arm an kurzkettigen Omega-3-Fettsäuren und pflanzlichen Fetten. Trotz dieser extremen Ernährung haben die Inuit ein sehr gutes Lipidprofil und ein geringes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Inuit sind genetisch auf eine mehrfach ungesättigten Fettsäuren reiche Ernährung angepasst

Die Forscher haben entdeckt, dass mehr als 80 % der Inuit eine Genmutation tragen, die die Aktivität der FADS-Enzyme (Fettsäure-Desaturasen) beeinflusst. Diese Enzyme sind für die Umwandlung von kurzkettigen Omega-3-Fettsäuren in langkettige Omega-3-Fettsäuren wie EPA und DHA zuständig. Bei Menschen mit dieser Mutation werden diese Enzyme anders reguliert, was ihr Lipidprofil beeinflusst. Diese genetische Anpassung könnte erklären, warum die Inuit trotz einer Ernährung, die extrem reich an Fetten und Omega-3-Fettsäuren ist, ein so gutes kardiovaskuläres Risikoprofil haben.

Die Studie zweifelt nicht an der positiven Wirkung der Omega-3-Fettsäuren bei anderen Bevölkerungen

Wie die GOED (Global Organization for EPA and DHA Omega-3) und die New York Times betont haben, bedeutet die Entdeckung dieser Genmutation nicht, dass Omega-3-Fettsäuren für andere Bevölkerungen weniger wirksam oder wichtig sind. Im Gegenteil: Die Studie zeigt, wie wichtig die individuelle Genetik bei der Verarbeitung von Nährstoffen ist, und unterstreicht die Bedeutung einer ausreichenden Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren für alle Menschen, unabhängig von ihrer genetischen Ausstattung.

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Quelle: Fumagalli M et al. Greenlandic Inuit show genetic signatures of diet and climate adaptation. Science. 2015.