Mit Stearidonsäure angereicherte Soja ist eine alternative Omega-3-Quelle
Mit Stearidonsäure angereicherte Soja? Die Alternative zu Fischöl
Mit Stearidonsäure angereicherte Soja könnte bald zu einer alternativen Quelle für Omega-3-Fettsäuren werden. So möchte es Monsanto, ein seit Jahren in der Forschung zu gentechnisch veränderten Pflanzen tätiger Konzern, der eine Sojasorte entwickelt hat, die in der Lage ist, dieses Molekül anzureichern. Das Sojaöl mit hohem Stearidonsäuregehalt könnte verwendet werden, um verschiedene Lebensmittel ohne Geschmacksveränderungen mit Omega-3 anzureichern:
- Backwaren
- Frühstückscerealien
- Käse
Die Stearidonsäure
Die positiven Wirkungen von Omega-3 haben diese Nährstoffe immer beliebter gemacht, deren Hauptquelle Fettfische wie Thunfisch, Lachs und Heilbutt sind. Fisch enthält 2 Arten von Omega-3: die Eicosapentaensäure (EPA) und die Docosahexaensäure (DHA), die der menschliche Körper leicht verwerten kann. Andere pflanzliche Lebensmittel sind hingegen reicher an einem anderen Omega-3: der Alpha-Linolensäure (ALA). Damit dieses Molekül genutzt werden kann, muss es nach der Aufnahme mit der Nahrung vom Körper in EPA und DHA umgewandelt werden. Leider ist dieser Umwandlungsprozess nicht sehr effizient und erlaubt nur 10 % der ALA, in EPA umgewandelt zu werden. Der Körper wandelt Stearidonsäure (SDA) leichter in EPA um als ALA. Die von Monsanto hergestellte Soja kann die darin enthaltene ALA in SDA umwandeln, wodurch Omega-3 für den menschlichen Körper leichter nutzbar werden.
Mittels Gentechnik gewonnene Soja
Die Forscher haben diese Sojasorte durch Einführung von 2 Genen in das Pflanzengenom gewonnen, die aus einer anderen Pflanze (Primula juliae) bzw. einem Schimmelpilz (Neurospora crassa) stammen. Der einzige Effekt dieser Einschleusung, so die Wissenschaftler, besteht darin, die Umwandlung von ALA in SDA zu ermöglichen und das Sojaöl somit zu einer Art Vorstufe von Fischöl zu machen. Ziel von Monsanto ist es nun, verschiedene Lebensmittelprodukte mit seiner Soja anzureichern, um dem Verbraucher 375 Milligramm SDA pro Portion zu liefern.
Fischöl: SDA-angereicherte Soja als Alternative
Laut Forschern könnte SDA-angereicherte Soja eine gültige Alternative zu Fischöl für diejenigen darstellen, die dessen Geschmack nicht mögen. Eine weitere mögliche Omega-3-Quelle könnte auch dazu beitragen, die mit unkontrollierter Fischerei verbundenen Risiken zu verringern. Allerdings wären die Mengen an SDA, die für eine ausreichende EPA-Aufnahme erforderlich sind, 4–5 Mal höher als die Mengen, die bei direkter Einnahme des im Fisch oder Fischöl enthaltenen EPA notwendig wären. Bereits 2011 haben einige Unternehmen Interesse daran gezeigt, mit SDA angereicherte Lebensmittel zu vermarkten. Damals war das Ziel, sie bereits 2012 in den Handel zu bringen. Es bleibt abzuwarten, was als nächstes kommt.



