Omega-3 auch im Fleisch dank transgenem Rind
Transgenes Rindfleisch: Omega-3 jetzt auch im Fleisch!
Auch Fleisch könnte zu einer Omega-3-Quelle werden, dank der Versuche einer Gruppe von Wissenschaftlern, die Rinder mit hohen Konzentrationen an EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) gezüchtet hat. Mithilfe der Biotechnologie war es möglich, Tiere mit einem hohen Nährwert aus Sicht der Fettsäuren zu selektieren.
Die Studie wurde von einer Gruppe von Forschern der Northwest A&F University in Xianyang und des Nationalen Zentrums zur Verbesserung der Rinderzucht in Yangling (China) durchgeführt und in der Zeitschrift Biotechnology Letters veröffentlicht.
Westliche Ernährung: reich an Omega-6 und arm an Omega-3
Der Markt für Omega-3-Präparate ist in den letzten Jahren rapide gewachsen; seit zahlreiche wissenschaftliche Studien die gesundheitlichen Vorteile der langkettigen Fettsäuren DHA und EPA nachgewiesen haben, die hauptsächlich in Fisch enthalten sind. Der Anteil dieser Fettsäuren in der Ernährung, vor allem der westlichen, die auf einem hohen Fleisch- und Fettkonsum basiert, ist im Laufe der Jahre gesunken, während der Anteil der kurzketigen Omega-6-Fettsäuren, die vor allem in Pflanzenölen vorkommen, gestiegen ist. Dieses Ungleichgewicht kann zu Gesundheitsproblemen führen, unter anderem zu erhöhtem Blutdruck.
Ein Gen verändert das Verhältnis zwischen Omega-6 und Omega-3
Das Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Professor Gong Cheng hat ein Gen namens FAT1 durch einen komplizierten Genklonierungsmechanismus in Rinderzellen eingeschleust. Das Gen, das aus einem gewöhnlichen Nematodenwurm isoliert wurde, ist für die Produktion der Desaturase-Enzyme verantwortlich, die an der Umwandlung von Omega-6-Fettsäuren in Omega-3-Fettsäuren beteiligt sind.
Die Analysen der 14 Kälber, die das FAT1-Gen erfolgreich erhalten hatten, zeigten, dass dieses Experiment die Omega-3-Spiegel in ihren Geweben um mehr als das Fünffache erhöht hat. Insbesondere ergaben die Analysen der Fettsäurezusammensetzung, dass die Anwesenheit des FAT1-Gens den Gehalt an ALA (Alpha-Linolensäure), EPA und DHA in den Rindern erhöht und das Verhältnis zwischen Omega-6 und Omega-3 um mehr als 80 % gesenkt hat (von 5,33:1 auf 0,95:1), im Vergleich zu nicht gentechnisch veränderten Kälbern.
Omega-3-reiches Fleisch: neue Studien werden notwendig sein
Das Team betonte, dass während viele Forschungsgruppen experimentieren, wie die Omega-3-Spiegel in Zuchtfischen erhöht werden können, indem sie Mehle aus pflanzlichen EPA-reichen Quellen herstellen, die neue Studie zeigt, dass gute Omega-3-Spiegel direkt im Rindfleisch erzeugt werden können.
Weitere Experimente mit FAT1-ähnlichen Genen wurden bereits von internationalen Forschungsgruppen an Schweinen, Milchrindern und Schafen durchgeführt. In jedem Fall, wie die chinesischen Wissenschaftler selbst erklärt haben, ist noch ein langer Weg nötig, um die wissenschaftlichen und züchterischen Techniken zu verbessern, die erforderlich sind, um Rindfleisch zu einer Omega-3-Quelle für die menschliche Ernährung zu machen.
Quelle: Gong Cheng, Changzhen Fu, et al “Production of transgenic beef cattle rich in n-3 PUFAs by somatic cell nuclear transfer” Biotechnology Letters. Published online ahead of print, doi: 10.1007/s10529-015-1827-z



