Ernährung

Omega-3 aus Hefe: EPA ist so sicher und wirksam wie Fischöl

Omega-3 aus Hefe: so sicher wie klassisches Fischöl

Die durch gentechnische Modifikation von Hefe gewonnene Eicosapentaensäure (EPA) ist so sicher und wirksam wie die Omega-3 aus Fischöl. Eine in der Zeitschrift Regulatory Toxicology and Pharmacology veröffentlichte Studie hat nämlich nachgewiesen, dass das aus dieser gentechnisch veränderten Hefe gewonnene EPA-Öl keine Nebenwirkungen hat und eine vergleichbare Wirkung wie handelsübliche Nahrungsergänzungsmittel aufweist.


Omega-3-Quellen: welche wählen?

Fetter Fisch wie Thunfisch, Makrele, Lachs und Hering stellt die wichtigste Omega-3-Quelle dar. In ihm sind hohe Mengen an EPA und Docosahexaensäure (DHA), der anderen „gesunden" Fettsäure, enthalten. Der erste Ansatz zur Erhöhung der Aufnahme dieser Nährstoffe besteht darin, größere Mengen Fisch in die Ernährung aufzunehmen. Es gibt jedoch weitere mögliche Lösungen:

  • Omega-3-Präparate auf Basis von Fischöl, das ebenfalls reich an EPA und DHA ist;
  • Omega-3-Präparate auf Basis von Krillöl, kleinen Krebstieren, die hohe Mengen an Fettsäuren enthalten.

DHA ist auch in Präparaten aus Mikroalgen enthalten. Alpha-Linolensäure (ALA), ein pflanzliches Omega-3, ist reichlich in Leinöl und -samen vorhanden. Trotz dieser großen Auswahl hört die Forschung nach neuen Lebensmitteln, die zur Erhöhung der Omega-3-Aufnahme beitragen, nicht auf – bis hin zur Entwicklung gentechnisch veränderter Pflanzen, die mit diesen Nährstoffen angereichert sind.


Hefen, neue Omega-3-Fabriken

Eine der neuesten Möglichkeiten bieten Hefen. Eine Gruppe von Forschern unter der Leitung von Susan MacKenzie von DuPont, einem der bekanntesten Chemieunternehmen, hat einen Stamm von  Yarrowia lipolytica gentechnisch verändert, um ein EPA-reiches Öl zu produzieren. Um die Sicherheit des Produkts zu testen, verabreichten die Forscher es Ratten und verglichen seine Wirkung mit der von Fischöl. Die Tiere nahmen täglich, über 90 aufeinanderfolgende Tage, Mengen dieses Öls ein, die  98, 488 oder 976 Milligramm EPA pro Kilogramm Körpergewicht entsprachen. Einerseits zeigte die niedrigste Omega-3-Dosis keine Wirkung, andererseits zeigten die anderen Dosen dieselben Vorteile wie die Einnahme von Fischöl. Die Forscher beobachteten nämlich eine Senkung des Gesamtcholesterins und des „schlechten" Cholesterins. Darüber hinaus erzeugte das aus der Hefe gewonnene EPA keine signifikanten Nebenwirkungen, nicht einmal bei der höchsten Dosis. Zwar verursachte zu Beginn des Experiments die höchste getestete Dosis eine Senkung des „guten" Cholesterins, dieser Effekt verschwand jedoch in den folgenden Tagen.


Gleiche Sicherheit für Hefe und Fischöl

Auf der Grundlage der erzielten Ergebnisse kamen die Studienautoren zu dem Schluss, dass das von der gentechnisch veränderten Hefe produzierte EPA so sicher und wirksam ist wie das in Fischöl enthaltene.