Frauengesundheit

Menopause: Omega-3 EPA und DHA verlängern das Leben

Wechseljahre: Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA verlängern das Leben


Nach den Wechseljahren könnte die ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA dazu beitragen, die Sterblichkeit nicht nur durch kardiovaskuläre Ereignisse, sondern durch alle Ursachen zu senken.

Die Omega-3-Fettsäuren aus Fisch sind Verbündete der Gesundheit von Frauen, die die Wechseljahre bereits hinter sich haben. Dies zeigt eine neue Studie in den Seiten des Journal of Clinical Lipidology1, wonach Frauen in dieser Altersgruppe mit höheren Blutspiegeln an Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) ein geringeres Sterberisiko aufweisen. 


Die Studie, finanziert vom amerikanischen National Heart, Lung and Blood Institute, begann 1996, umfasste etwa 6.500 postmenopausale Frauen und wurde von einer Forschergruppe unter der Leitung von William Harris, einem international anerkannten Experten der Universität South Dakota in Sioux Falls, durchgeführt. Harris und seine Kollegen beobachteten den Gesundheitszustand der Teilnehmerinnen über einen durchschnittlichen Zeitraum von 14,5 Jahren und stellten fest, dass die im Jahr 2014 noch lebenden Frauen einen höheren Anteil an EPA und DHA in der Membran der roten Blutkörperchen aufwiesen als die verstorbenen. 


Bei der Fortsetzung ihrer Analysen errechneten die Forscher, dass diese beiden für Fisch typischen Omega-3-Fettsäuren dazu beitragen könnten, die Gesamtsterblichkeit nach den Wechseljahren um 20 % zu senken. Darüber hinaus wurden höhere EPA-Spiegel mit einem geringeren Risiko, an kardiovaskulären Erkrankungen zu sterben, assoziiert. Der von den Forschern bewertete Parameter – der Anteil von EPA und DHA in der Membran der roten Blutkörperchen – ist als “Omega-3-Index” bekannt und gilt als kardiovaskulärer Risikofaktor. Sinkt er nämlich unter 4 %, steigt das Risiko eines plötzlichen Herztodes signifikant an2


Diese Studie führte zu der Schlussfolgerung, dass Frauen mit mehr zirkulierenden Omega-3-Fettsäuren (mittlerer Omega-3-Index: 7,11 %) ein um 20 % geringeres Sterberisiko aufweisen als jene mit weniger zirkulierenden Omega-3-Fettsäuren (mittlerer Omega-3-Index: 3,59 %). “Es ist die umfangreichste Studie – aber sicherlich nicht die einzige –, die zeigt, dass die Spiegel der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA im Blut, in diesem Fall der Omega-3-Index, das Sterberisiko unabhängig vorhersagen”, kommentierte Harris. Adam Ismail, Geschäftsführer der Global Organization for EPA and DHA Omega-3s (GOED), scheint zuzustimmen. “Diese Studie”, so der Experte, “ergänzt eine umfangreichere Beweislage, die den positiven Zusammenhang zwischen höheren Omega-3-Index-Werten und dem allgemeinen Wohlbefinden belegt. Die über 15 Jahre gesammelten Ergebnisse unterstützen die These, dass eine ausreichende Omega-3-Zufuhr ein wesentlicher Bestandteil eines gesunden Lebensstils sein muss, ebenso wie körperliche Bewegung und eine ausgewogene Ernährung”. 


Harris betont, dass diese Ergebnisse klar darauf hinweisen, dass höhere EPA- und DHA-Spiegel mit einem besseren allgemeinen Gesundheitszustand assoziiert sind. Um ausreichende Mengen aufzunehmen, genüge es laut den Forschern, 2,5 Lachsfilets pro Woche zu essen. Bei einem niedrigen Omega-3-Index könnte es hingegen ausreichen, 1 Gramm EPA und DHA täglich einzunehmen, um ihn auf ein mit geringerem Sterberisiko assoziiertes Niveau zu bringen.



  1. Harris SH, Luo J, Pottala JV, Espeland MA, Margolis KL, Manson JE, Wang L, Brasky TM, Robinson JG. “Red blood cell polyunsaturated fatty acids and mortality in the Women's Health Initiative Memory Study”. Journal of Clinical Lipidology. 2017 Jan;12.
  2. von Schacky C, Harris WS. “Cardiovascular risk and the omega-3 index”. J Cardiovasc Med (Hagerstown). 2007 Sep;8 Suppl 1:S46-9.