Frauengesundheit

Omega-3 reduzieren das Überleben von Endometriumzellen

Endometriose: Omega-3 als wirksame unterstützende Therapie gegen Endometriumzellen

Omega-3 können bei der Behandlung der Endometriose nützlich sein, da sie die Überlebensfähigkeit der Endometriumzellen verringern. Diese Fettsäuren können auch helfen, die mit dieser Erkrankung verbundenen Entzündungen zu reduzieren, indem sie die Funktion der Zytokine regulieren, Moleküle, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind. Experten der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie des Aberdeen Royal Infirmary (Vereinigtes Königreich) demonstrieren das Potenzial dieser Nährstoffe bei der Behandlung dieser Störung in einer in Fertility and Sterility1 veröffentlichten Studie.


Endometriose: wenn Entzündung die Fruchtbarkeit beeinträchtigt

Endometriose ist eine Erkrankung, die etwa 10 % der Frauen betrifft: Einige Zellen der Gebärmutterwand (das Endometrium) wachsen auf anderen Organen der Bauchhöhle, wie den Eierstöcken oder dem Darm. Die Diagnose der Endometriose wird oft spät gestellt. Auch wenn die Störung bereits bei der ersten Menstruation auftreten kann, wird sie in der Regel erst viele Jahre später erkannt. Diese Verzögerung kann die Erkrankung zu einem sehr einschränkenden Zustand machen, da die Endometriumzellen, die an anomalen Stellen wachsen, auf die Hormone reagieren, die den Menstruationszyklus regulieren, genau wie jene in der Gebärmutter. Die Folgen sind Entzündungen, Schmerzen und Unfruchbarkeit. So wie die Ursachen dieser Erkrankung noch unbekannt sind, sind auch die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt, und der einzige Weg zur Lösung des Problems ist ein chirurgischer Eingriff.


Omega-3 bei Endometriose

Eine in der Zeitschrift Human Reproduction veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass das Endometrioserisiko durch eine Ernährung reich an Omega-32 gesenkt werden kann. Die am Aberdeen Royal Infirmary durchgeführte Forschung konzentrierte sich auf die Rolle dieser und anderer ernährungsbedingter Fettsäuren (der Omega-6) beim Wachstum der Endometriumzellen. Die Studie sah vor, im Labor Zellen zu behandeln, die Frauen entnommen wurden, die sich an ein Fruchtbarkeitszentrum gewandt hatten. Dabei zeigte sich, dass ein hohes Omega-3- zu Omega-6-Verhältnis, das höheren Spiegeln der erstgenannten entspricht, die Überlebensfähigkeit der Endometriumzellen verringert. Die Wirkung von Omega-3 ist sowohl dann größer, wenn Omega-3 und Omega-6 in gleichen Mengen vorhanden sind, als auch wenn die letzteren reichlicher sind als die ersteren. Und nicht nur das: Im Fall von Frauen mit Endometriose produzieren die Zellen (die ohnehin größere Mengen des Zytokins IL-8 erzeugen) in Gegenwart hoher Omega-3/Omega-6-Verhältnisse noch mehr davon.


Eine mögliche nicht-chirurgische Behandlung der Endometriose

Laut den britischen Forschern eröffnen diese Ergebnisse den Weg zu neuen Endometriose-Behandlungen auf Basis von Omega-3. Alternativ sind Schmerzmittel die einzige Möglichkeit, die Schmerzen zu ertragen, bis ein chirurgischer Eingriff notwendig wird. Dabei sollte man jedoch nicht übertreiben, da mögliche Nebenwirkungen auftreten können.



Quelle

1. Gazvani MR, Smith L, Haggarty P, Fowler PA, Templeton A, “High omega-3:omega-6 fatty acid ratios in culture medium reduce endometrial-cell survival in combined endometrial gland and stromal cell cultures from women with and without endometriosis”, Fertil Steril. 2001 Oct;76(4):717-22.

2. Missmer SA, Chavarro JE, Malspeis S, Bertone-Johnson ER, Hornstein MD, Spiegelman D, Barbieri RL, Willett WC, Hankinson SE, “A prospective study of dietary fat consumption and endometriosis risk”, Hum Reprod. 2010 Jun;25(6):1528-35. Epub 2010 Mar 23.