Frauengesundheit

Vitamin D könnte zur Behandlung von Brustkrebs beitragen

Brustkrebs: Vitamin D könnte eine wirksame Unterstützungstherapie sein
Vitamin D könnte eine positive Rolle bei der Behandlung des triple-negativen Brustkrebses spielen, einer der am schwierigsten zu behandelnden Tumorformen. Das Vitamin scheint nämlich in der Lage zu sein, den Spiegel von 53BP1 zu erhöhen, einem Protein, das für die Reparatur von DNA-Schäden und die Kontrolle der Proliferation von Krebszellen notwendig ist.

Dies ist der komplexe molekulare Mechanismus, der von den Forschern der Saint Louis University in Washington (USA) entdeckt und in einem Artikel in The Journal of Cell Biology beschrieben wurde.

Die Eigenschaften von Vitamin D 
Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das über die Nahrung aufgenommen oder im menschlichen Körper durch Sonnenlicht synthetisiert werden kann. Die Hauptfunktion von Vitamin D besteht darin, normale Calcium- und Phosphorspiegel im Blut aufrechtzuerhalten und die Calciumaufnahme zu fördern, was zur Knochenbildung und -stabilität beiträgt. Neuere Forschungen legen nahe, dass Vitamin D auch andere Funktionen übernehmen kann, wie den Schutz vor Bluthochdruck und die Vorbeugung verschiedener Autoimmunerkrankungen und bestimmter Krebsarten.

Triple-negativer Brustkrebs: neuer molekularer Mechanismus entdeckt
Der triple-negative Brustkrebs ist einer der behandlungsresistentesten Tumore, da er, ohne Rezeptoren für Östrogen, Progesteron und den epidermalen Wachstumsfaktor zu besitzen, auf bestimmte gängige Hormontherapien nicht anspricht. Häufig wird diese Krebsart durch eine Mutation im BRCA1-Gen verursacht. Dies ist wichtig, weil dieses Gen an der Reparatur von DNA-Schäden und der Kontrolle des Zellzyklus beteiligt ist. Kürzlich haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass der Verlust eines weiteren DNA-Reparaturfaktors, des Proteins 53BP1, die Proliferation und das Überleben von Zellen mit BRCA1-Mutation ermöglicht. 

Der Abfall der 53BP1-Spiegel wurde bei triple-negativen Brusttumoren beobachtet und scheint mit der Resistenz gegen Krebstherapeutika zusammenzuhängen. Beim Studium der komplexen Wechselwirkungen zwischen diesen Molekülen hat das Forscherteam unter der Leitung von Dr. Gonzalo den Mechanismus entdeckt, der für den Verlust von 53BP1 bei Brusttumoren verantwortlich ist, insbesondere bei BRCA1-mutierten und triple-negativen Tumoren. Es scheint, dass in Zellen mit BRCA1-Mutation ein Enzym, bekannt als Cathepsin, zunimmt, das den Abbau von 53BP1 verursacht. Zellen, die sowohl BRCA1 als auch 53BP1 verloren haben, sind daher nicht mehr in der Lage, DNA zu reparieren, die Integrität des Genoms aufrechtzuerhalten und ihre eigene Replikation zu kontrollieren. Die Wissenschaftler entdeckten auch, dass bei der Behandlung von Krebszellen mit Vitamin D die 53BP1-Spiegel wiederhergestellt wurden, was eine größere genomische Stabilität und eine reduzierte Proliferation bewirkte. Bei der Analyse von Tumorgewebeproben mit BRCA1-Mutationen oder triple-negativem Status fand das Wissenschaftlerteam hohe Cathepsin-Konzentrationen und niedrige 53BP1- und Vitamin-D-Rezeptor-Spiegel. Letztere sind daher echte Biomarker, die zur Identifizierung derjenigen genutzt werden können, die am meisten von Vitamin D und Inhibitoren, die die Wirkung von Cathepsin blockieren, profitieren könnten.

Neue Therapien mit Vitamin D
Dank dieser Entdeckungen könnten Frauen mit triple-negativem Brustkrebs in Zukunft neue Therapien erhalten, die auch Vitamin D einschließen. Selbstverständlich wird es zuvor notwendig sein, die Wirksamkeit solcher Behandlungen zu bestätigen. Derzeit laufen präklinische Studien mit Vitamin D und Cathepsin-Inhibitoren, sowohl als Einzelwirkstoffe als auch in Kombination mit verschiedenen Medikamenten.   

Quelle: A. Grotsky, I. Gonzalez-Suarez, A. Novell, M. A. Neumann, S. C. Yaddanapudi, M. Croke, M. Martinez-Alonso, A. B. Redwood, S. Ortega-Martinez, Z. Feng, E. Lerma, T. Ramon y Cajal, J. Zhang, X. Matias-Guiu, A. Dusso, S. Gonzalo“BRCA1 loss activates cathepsin L-mediated degradation of 53BP1 in breast cancer cells. The Journal of Cell Biology, 2013; 200 (2): 187