Welche kardiovaskulären Risikofaktoren gibt es?
Kardiovaskuläre Risikofaktoren gefährden sowohl die Gesundheit des Herzens als auch die des Gehirns. Hier erfahren Sie, welche Faktoren dazu zählen und welche davon beeinflusst werden können. Kardiovaskuläre Risikofaktoren stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit der italienischen Bevölkerung dar. Jedes Jahr sind nämlich 44 % aller Todesfälle in Italien auf eine kardiovaskuläre Ursache zurückzuführen. Genauer gesagt ist die ischämische Herzkrankheit die häufigste Todesursache in Italien und verantwortlich für 28 % aller Todesfälle. Doch nicht nur das Herz ist gefährdet: Indem sie die Gesundheit der Arterien beeinträchtigen, setzen kardiovaskuläre Risikofaktoren auch das Gehirn einem Risiko aus.
Auch in diesem Fall sollte die Situation nicht unterschätzt werden. Zerebrovaskuläre Ereignisse sind für 13 % der Todesfälle in Italien verantwortlich und stehen damit an dritter Stelle der häufigsten Todesursachen im Land. Doch welche Faktoren erhöhen das kardiovaskuläre Risiko?
Modifizierbare und nicht modifizierbare kardiovaskuläre Risikofaktoren
Leider sind kardiovaskuläre Risikofaktoren nicht immer Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die verändert werden können. Einer davon ist beispielsweise das Geschlecht; Männer haben ein höheres Risiko für Herzinfarkte als Frauen, und nicht nur das: Sie erleiden diese oft auch in jüngerem Alter. Das männliche Geschlecht kann nicht verändert werden und zählt deshalb zu den nicht modifizierbaren Risikofaktoren, zusammen mit:
- dem Alter: Die meisten Todesfälle durch koronare Herzkrankheiten betreffen Menschen über 65 Jahre;
- erblichen Faktoren: Wenn bei Eltern eine Herzerkrankung diagnostiziert wurde, steigt die Wahrscheinlichkeit, selbst an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu leiden. Auch die Zugehörigkeit zu bestimmten ethnischen Gruppen spielt eine Rolle. Kaukasier haben beispielsweise ein geringeres Risiko als Afroamerikaner, und auch Menschen mexikanischer, indigener, hawaiianischer oder asiatischer Herkunft weisen ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen auf.
Bei Frauen gilt außerdem die Menopause als Risikofaktor. Andere Faktoren sind hingegen beeinflussbar. Das bedeutet, dass Herz- und Gefäßerkrankungen nicht unvermeidbar sind und dass man durch Veränderungen des eigenen Verhaltens das persönliche kardiovaskuläre Risiko senken kann.
Die wichtigsten modifizierbaren kardiovaskulären Risikofaktoren sind:
- Rauchen, das das Risiko für Herzerkrankungen erhöht – auch als Passivrauchen;
- hoher Cholesterinspiegel, der durch die Ernährungsgewohnheiten beeinflusst werden kann;
- erhöhte Triglyzeridwerte, die zusammen mit hohen Werten des „schlechten“ Cholesterins und niedrigen Werten des „guten“ Cholesterins mit Arteriosklerose verbunden sind (der Ablagerung von Fett in den Arterienwänden, die das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht);
- Bluthochdruck;
- Bewegungsmangel;
- Übergewicht und Adipositas;
- Diabetes.
Kardiovaskuläre Risikofaktoren und Lebensstil: Wie kann man handeln?
Rauchen zu vermeiden und regelmäßig körperlich aktiv zu sein, sind daher zwei gute Gewohnheiten, die helfen, das kardiovaskuläre Risiko zu senken. Doch das sind möglicherweise nicht die einzigen Maßnahmen. Es scheint nämlich, dass zum Schutz von Herz und Arterien auch andere Aspekte des Lebensstils wichtig sind, insbesondere Stress und Alkoholkonsum – beide sollten eingeschränkt werden. Auch die Ernährung kann eine große Hilfe sein. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Eine ausgewogene Ernährung hilft dabei, die Blutfettwerte im Normbereich zu halten, Übergewicht und Adipositas zu vermeiden sowie Bluthochdruck und Diabetes entgegenzuwirken – und nicht nur das.
Bestimmte Nährstoffe, wie Omega-3-Fettsäuren, werden mit positiven Effekten auf das Herz in Verbindung gebracht, insbesondere bei Menschen, die bereits ein kardiales Ereignis erlebt haben. Um die Aufnahme von Omega-3 zu erhöhen, kann man sowohl auf fettreichen Fisch (wie Lachs, Makrele und Hering) als auch auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, insbesondere auf Fischöl und Lebertran. Wichtig ist jedoch, stets Produkte von hoher und zertifizierter Qualität zu wählen.
Quellen: · Epicentro. Malattie cardiovascolari. https://goo.gl/zgxszY, 13/04/18 · American Heart Association. Understand your Risk to Prevent a Heart Attack. https://goo.gl/VD1sNi, 13/04/18 · Mori TA. Omega-3 fatty acids and cardiovascular disease: epidemiology and effects on cardiometabolic risk factors. Food Funct. 2014 Sep;5(9):2004-19. doi: 10.1039/c4fo00393d Bild: Pixabay



