Arthrose: Helfen Omega-3 bei der Bekämpfung?
Osteoarthritis: Hilfe durch Omega-3
Omega-3 könnten das Fortschreiten der häufigsten Arthritisform, der Osteoarthritis, verlangsamen. Labormäusen, denen Omega-3-Präparate verabreicht wurden, haben gesündere Gelenke als jene, die eine Diät mit reichlich gesättigten Fettsäuren und Omega-6 gefolgt sind. Mehr als die Gewichtszunahme hängt die Verschlimmerung der Erkrankung also von der Ernährung und der Art der aufgenommenen Fette ab.
Das berichtet eine aktuelle Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift Annals of Rheumatic Disease, die von Forschern der Duke University in Durham (USA) durchgeführt wurde.
Eine degenerative Gelenkerkrankung
Osteoarthritis ist eine Arthritisform, die im Allgemeinen nach dem 45. Lebensjahr auftritt und durch die Degeneration des Knorpels in den Gelenken gekennzeichnet ist. Adipositas ist einer der Hauptrisikofaktoren für Osteoarthritis, obwohl der genaue Zusammenhang zwischen diesem Zustand und der Erkrankung noch nicht vollständig geklärt wurde. Wissenschaftlern zufolge fördert die Gewichtszunahme den Verschleiß der Gelenke, obwohl Arthritis auch die Hände und andere Körperstellen befallen kann, die nicht durch das Körpergewicht belastet werden.
Die Art der Fettsäuren beeinflusst den Krankheitsverlauf
Zu Beginn der Studie richteten die Forscher ihre Aufmerksamkeit auf die Faktoren, die die Erkrankung begünstigen können, und entdeckten, dass auch der Mangel an dem Appetithormon Leptin ihr Auftreten fördern kann. Während der Experimente wurden 4 Wochen alte Mäuse mit verschiedenen Diäten ernährt. Eine fettarme, eine mit reichlich gesättigten Fettsäuren, eine mit mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren und eine vierte, reich an mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren und ergänzt mit Omega-3-Präparaten.
Nach 12 Wochen induzierten die Forscher ein Gelenktrauma am Meniskus der Tiere. Arthritiden sind nämlich in 10–15 % der Fälle auf mechanische Traumata zurückzuführen. Jedes Tier wurde in der 6., 14. und 24. Lebenswoche überwacht, wobei die Wundheilung und Knochenveränderungen untersucht wurden, um den Einfluss der Fettsäuren und des Körpergewichts auf die Osteoarthritis zu ermitteln.
Die Ergebnisse zeigten, dass das Auftreten der Erkrankung signifikant mit der Diät, nicht aber mit dem Körpergewicht assoziiert war. Die geringen Mengen an Omega-3 hatten ausgereicht, um Gelenkschäden zu mildern, während die Tiere, die nur mit hohen Konzentrationen gesättigter Fettsäuren oder Omega-6 ernährt wurden, eine signifikante Verschlechterung der Osteoarthritis zeigten.
Die Forscher untersuchten auch die Wundheilungsfähigkeit derselben Tiere. Bei Mäusen, die Omega-3 erhalten hatten, heilte die absichtlich am Ohr zugefügte Verletzung schneller als bei jenen, die keine Präparate erhalten hatten.
Omega-3: eine künftige Therapie?
Die Studie zeigt, dass Omega-3, obwohl sie nicht in der Lage sind, die für Osteoarthritis typischen Gelenkschäden rückgängig zu machen, deren Fortschreiten zu verlangsamen scheinen, indem sie die schädlichen Wirkungen der Adipositas beseitigen. Mehr als das Körpergewicht sind der Gehalt und die Art der aufgenommenen Fettsäuren ausschlaggebend für die Wundheilung und den Schweregrad der Arthritis. Eine Entdeckung, die die Notwendigkeit weiterer Studien über den Einsatz von Omega-3-Nahrungsergänzungsmitteln als potenziellen therapeutischen Ansatz unterstützt.
Quelle: Chia-Lung Wu, Deeptee Jain, Jenna N McNeill, Dianne Little, John A Anderson, Janet L Huebner, Virginia B Kraus, Ramona M Rodriguiz, William C Wetsel, Farshid Guilak. “Dietary fatty acid content regulates wound repair and the pathogenesis of osteoarthritis following joint injury” Ann Rheum Dis annrheumdis-2014-205601Published Online First: 10 July 2014



