Osteoporose: Omega-3 reduzieren das Frakturrisiko, besonders bei Männern
Osteoporose: Omega-3-Fettsäuren reduzieren das Frakturrisiko
Hohe Omega-3-Konzentrationen im Blut scheinen bei älteren Menschen mit einer reduzierten Wahrscheinlichkeit von osteoporotischen Frakturen verbunden zu sein. Insbesondere kann ein hoher EPA-Konsum (Eicosapentaensäure) bei Männern das Frakturrisiko um bis zu 40 % senken. Bei Frauen scheint die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auf Fischölbasis einen stärkeren Knochenschutz zu bieten.
Dies berichtet eine in Island durchgeführte Studie der Forscher der University of Iceland in Reykjavik in Zusammenarbeit mit niederländischen und amerikanischen Wissenschaftlern. Die Studie wurde in der Zeitschrift American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht
Osteoporose: eine weit verbreitete Erkrankung bei älteren Menschen
Osteoporose ist eine Erkrankung, die durch Abnahme der Knochenmasse und Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes gekennzeichnet ist. Die Folge ist eine Schwächung der Knochen und ein erhöhtes Frakturrisiko, das vor allem im Handgelenk, in den Wirbelkörpern und im Oberschenkelhals auftritt. Osteoporose ist mit den normalen Alterungsprozessen verbunden; sie tritt hauptsächlich bei Personen über 60 Jahren auf und ist bei Frauen häufiger als bei Männern. Zu den Faktoren, die zur Entstehung von Osteoporose beitragen, gehören eine unzureichende Kalzium-, Phosphor- und Vitamin-D-Zufuhr über die Ernährung sowie Adipositas, ein sitzender Lebensstil und Hormonveränderungen. Auch ein Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren scheint eine Rolle bei der Entstehung von Knochenfrakturen zu spielen, jedoch sind die Studien dazu noch begrenzt.
Hohe EPA-Spiegel reduzieren das Frakturrisiko bei Männern
Im Rahmen der Studie wurden die Daten von 1438 Teilnehmenden im Alter von 66 bis 96 Jahren gesammelt und analysiert, sowohl Männer als auch Frauen, die osteoporotische Frakturen erlitten hatten, um den Zusammenhang zwischen mehrfach ungesättigten Fettsäuren und dem in verschiedenen Lebensaltern konsumierten Fischöl mit dem Frakturrisiko zu untersuchen. Die Omega-3-Fettsäuren im Blut wurden mittels Gaschromatographie bestimmt. Der Fischölkonsum wurde anhand von Ernährungsfragebögen bewertet, wobei Alter, Bildungsstand, Körpergröße, Körpergewicht, Diabetes, körperliche Aktivität und etwaige Medikamente berücksichtigt wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass bei Männern höhere EPA-Spiegel mit einer Reduktion des Risikos osteoporotischer Frakturen von bis zu 40 % verbunden waren. Bei Frauen hingegen wurde eine Tendenz zu einem stärkeren Knochenschutz beobachtet, die jedoch statistisch nicht signifikant war. Außerdem erwies sich die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auf Basis von omega-3-reichem Fischöl als besonders wirksam für Männer ab 65 Jahren. Bei Frauen war der Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln mit einem geringeren Frakturrisiko bei jenen verbunden, die sie im perimenopausalen Alter eingenommen hatten. Kein schützender Zusammenhang wurde hingegen für den regelmäßigen Omega-3-Konsum in früheren Lebensabschnitten festgestellt.
Das optimale Alter für den Omega-3-Konsum unterscheidet sich je nach Geschlecht
Diese Ergebnisse zeigen nach Ansicht der Studienautoren, dass hohe Konzentrationen mehrfach ungesättigter Fettsäuren mit einem geringeren Risiko osteoporotischer Frakturen bei älteren Menschen verbunden sein können, insbesondere bei Männern, und dass die kritischen Zeiträume für den Omega-3-Konsum zwischen Männern und Frauen zu variieren scheinen.
Quelle: Harris TB, Song X, Reinders I, Lang TF, Garcia ME, Siggeirsdottir K, Sigurdsson S, Gudnason V, Eiriksdottir G, Sigurdsson G, Steingrimsdottir L, Aspelund T, Brouwer IA, Murphy RA “Plasma phospholipid fatty acids and fish-oil consumption in relation to osteoporotic fracture risk in older adults: the Age, Gene/Environment Susceptibility Study2.Am J Clin Nutr. 2015 Mar 18. pii: ajcn087502. [Epub ahead of print]



