Krebs

Omega-6 gegen Omega-3: Linolsäure fördert die Krebsentwicklung

Eine erhöhte Aufnahme von Linolsäure – der häufigsten Omega-6-Fettsäure in der westlichen Ernährung – scheint das Risiko bestimmter Krebsarten zu senken. Diese überraschende Schlussfolgerung geht aus zwei unabhängigen Studien hervor, die im British Journal of Cancer veröffentlicht wurden.

Die erste Studie, durchgeführt vom National Institutes of Health (NIH) in den USA, analysierte die Ernährungsgewohnheiten von mehr als 500.000 Personen. Die Forscher stellten fest, dass eine hohe Linolsäure-Zufuhr mit einem geringeren Risiko für Dickdarm-, Brust- und Prostatakrebs verbunden war.


Die zweite Studie, von Wissenschaftlern der Osaka City University in Japan durchgeführt, untersuchte die Beziehung zwischen Omega-6-Aufnahme und Magenkrebs. Auch hier zeigte sich eine inverse Assoziation: Höhere Linolsäure-Spiegel im Blut waren mit einem geringeren Magenkrebs-Risiko verbunden.


Diese Daten sind insofern überraschend, als Omega-6-Fettsäuren – im Gegensatz zu Omega-3 – häufig als entzündungsfördernd gelten. Die Forscher betonen jedoch, dass es sich um epidemiologische Beobachtungsstudien handelt und dass der Mechanismus, durch den Linolsäure das Krebsrisiko beeinflussen könnte, noch nicht vollständig geklärt ist. Eine ausgewogene Ernährung mit einem angemessenen Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 bleibt der empfohlene Ansatz.