Nervensystem

Eine Mischung aus Omega-3 und Vitaminen gegen kognitiven Verfall

Kognitivem Abbau entgegenwirken: mit Omega-3 und Vitaminen

Ein Getränk, das 2 Gramm Omega-3 zusammen mit Vitaminen und pflanzlichen Substanzen wie Resveratrol und Vitamin D enthält, scheint sowohl auf immunologischer als auch biochemischer Ebene der leichten kognitiven Beeinträchtigung (MCI) entgegenzuwirken und dabei auch verschiedene für die Alzheimer-Krankheit typische Mechanismen anzugreifen.

Dies berichtet eine im Fachjournal The FASEB Journal veröffentlichte Studie, die von Professor Milan Fiala und seinen Mitarbeitern der Universität Kalifornien (USA) durchgeführt wurde.

Die leichte kognitive Beeinträchtigung kann sich zur Alzheimer-Krankheit entwickeln

Die leichte kognitive Beeinträchtigung ist ein Gedächtnisdefizit, auch wenn sie sich mit anderen Symptomen wie Konzentrations- und Sprachschwierigkeiten sowie Stimmungs- und Verhaltensveränderungen manifestieren kann. Obwohl MCI nicht immer denselben Verlauf nimmt, stellt es häufig den Beginn komplexerer Erkrankungen dar, wie der Alzheimer-Krankheit, einer der am weitesten verbreiteten und schwerwiegendsten Formen von Demenz. Morbus Alzheimer befällt Nervenzellen in verschiedenen Hirnregionen; insbesondere ist die Krankheit eng mit der Ansammlung von Eiweißplaques, sogenannten Amyloiden, und neurofibrillärer Bündel verbunden.

Die Details der Pilotstudie

Im Rahmen dieser Forschung wurden 12 Teilnehmer mit MCI, 2 Teilnehmer mit Prä-MCI und 7 Patienten mit manifester Alzheimer-Krankheit einbezogen. Jedem wurde ein Getränk auf Basis von Omega-3 (2 Gramm DHA und EPA), Vitaminen und antioxidativen Pflanzenextrakten für einen Zeitraum von 4 bis 17 Monaten verabreicht. Die Forscher beobachteten, dass nach der Behandlung die Beseitigung der Beta-Amyloid-Plaques – ein Indikator für die Regression der Alzheimer-Krankheit – bei Probanden mit Prä-MCI und MCI signifikant zugenommen hatte, während sie bei denen mit manifester Alzheimer-Krankheit nicht signifikant zugenommen hatte. Außerdem war bei Patienten mit Prä-MCI und MCI die Synthese von Resolvin RvD1 in Makrophagen um 80 % gestiegen – ein entzündungshemmendes Molekül, das die Beseitigung der Amyloid-Plaques zu fördern scheint. Bei Probanden mit Prä-MCI und MCI schienen die Punktzahlen des Mini-Mental-Status-Tests, eines Tests zur Beurteilung des kognitiven Abbaus, im Laufe der Zeit nicht signifikant verändert zu sein, was auf eine Stabilisierung der Störung hindeutet.

Omega- und Vitamin-Präparate könnten den kognitiven Abbau verlangsamen

Auf der Grundlage der beobachteten Ergebnisse haben die Forscher die Hypothese aufgestellt, dass Nahrungsergänzungsmittel auf Basis von Omega-3, Resveratrol und Vitaminen dazu beigetragen haben könnten, den kognitiven Zustand der Patienten mit MCI und Prä-MCI zu stabilisieren; zur Bestätigung der Vorteile werden jedoch robustere klinische Studien erforderlich sein. 


Quelle: Milan Fiala, Ramesh C. Halder, Bien Sagong, Olivia Ross, James Sayre, Verna Porter and Dale E. Bredesen. „ω-3 Supplementation increases amyloid-β phagocytosis and resolvin D1 in patients with minor cognitive impairment"; March 24, 2015, doi:10.1096/fj.14-264218fj.14-264218