Neugeborene und Kinder

Besser schlafen dank Omega-3?

Können Omega-3 bei Schlafproblemen helfen?

Bei Kindern scheint es einen Zusammenhang zwischen besserer Schlafqualität und einer hohen DHA-Konzentration (Docosahexaensäure) im Blut zu geben. Präparate mit dieser mehrfach ungesättigten Fettsäure würden nicht nur einen ununterbrochenen Schlaf begünstigen, sondern auch dessen Dauer verlängern. 

Das haben Forscher der Universität Oxford in England entdeckt und in den vergangenen Monaten in der Zeitschrift Journal of Sleep Research veröffentlicht.



Omega-3 und Schlafprobleme: Es gibt einen Zusammenhang

Schlafstörungen bei Kindern verursachen gesundheitliche, Verhaltens- und kognitive Probleme, ähnlich jenen, die mit einem Omega-3-Mangel verbunden sind. Frühere Studien haben einen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und niedrigen Omega-3-Spiegeln bei Säuglingen und Kindern mit Lern- oder Verhaltensschwierigkeiten nahegelegt. Es liegen jedoch noch wenige Erkenntnisse über diesen Zusammenhang und die hypothetische Rolle dieser Fettsäuren bei der Schlafregulation vor.



Eine Stunde mehr Schlaf dank DHA

Die Studie wurde an 362 Kindern im Vereinigten Königreich im Alter von 7 bis 9 Jahren durchgeführt. Zu Beginn des Versuchs bewerteten die Eltern mithilfe eines Fragebogens die Schlafgewohnheiten ihrer Kinder über eine Woche und stellten fest, dass 40 % der Kinder – eine nach Ansicht der Forscher beunruhigende Zahl – klinische Probleme gehabt hatten, darunter Widerstand gegen das Einschlafen, Angstzustände und nächtliches Erwachen. Anschließend erhielt jedes Kind 16 Wochen lang täglich entweder Präparate mit 600 mg DHA oder ein Placebo. Das Forscherteam maß die Omega-3- und Omega-6-Spiegel anhand von Blutproben aus der Fingerkuppe. Mithilfe von Handsensoren wurden dann bei 43 der kleinen Patienten mit Schlafstörungen Messungen vorgenommen. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die Kinder, die täglich DHA einnahmen, im Vergleich zu jenen, die das Placebo erhalten hatten, 58 Minuten länger schliefen und nachts seltener aufwachten.



Eine Entdeckung, die weiterer Vertiefung bedarf

Laut den Forschern würde diese Entdeckung mit jenen übereinstimmen, die gezeigt haben, dass niedrige DHA-Spiegel mit geringeren Konzentrationen des Hormons Melatonin verbunden sind, das bekanntlich die Schlaf-Wach-Zyklen reguliert. Angesichts der geringen Anzahl der an dieser Studie beteiligten Kinder werden jedoch weitere Studien notwendig sein, um diesen Zusammenhang zu bestätigen. Außerdem wäre die Erfassung einer breiteren Palette demografischer Variablen der Probanden wünschenswert. Die Studie legt in jedem Fall nahe, dass der Schlaf von Kindern durch DHA-Präparate verbessert werden kann, und weist auf einen weiteren Vorteil hoher Omega-3-Spiegel in der Ernährung hin.


Quelle: Paul Montgomery, et al  “Fatty acids and sleep in UK children: subjective and pilot objective sleep results from the DOLAB study - a randomized controlled trial”. Journal of Sleep Research, doi: 10.1111/jsr.12135, published online 8 March 2014.  University of Oxford news release, accessed 14 March 2014.