Neugeborene und Kinder

Frühgeborene: Die direkte Supplementierung mit Omega-3 ist sicher und wirksam

Bei Frühgeborenen kann die direkte Verabreichung von DHA (Docosahexaensäure) den Mangel an dieser Fettsäure dosis­abhängig reduzieren oder beheben. Diese Ergänzung scheint wirksamer zu sein als die, die von Mutter zu Kind über die Muttermilch erfolgt, und zeigt keinerlei Nebenwirkungen.

Dies haben Forscher der Universität Adelaide (Australien) nachgewiesen, die die Studie in diesen Tagen in der Fachzeitschrift Prostaglandins, Leukotrienes and Essential Fatty Acids veröffentlicht haben.


Sehr früh geborene Neugeborene und das Risiko von Entwicklungsstörungen

Frühgeborene Kinder sind einem erheblichen Risiko von Hirnentwicklungsstörungen und Lernschwierigkeiten ausgesetzt. Ernährungsinterventionen, die DHA erhöhen – ein Omega-3, das in hohen Konzentrationen im Gehirn und in der Netzhaut vorkommt –, sind sehr wichtig für die Verbesserung des Gesundheitszustands von Frühgeborenen. Einige Studien haben gezeigt, dass bei Kindern, die nach einer Schwangerschaft von weniger als 33 Wochen geboren wurden, die Verabreichung von DHA über Mutter- oder Säuglingsmilch eine signifikante Reduzierung des Risikos einer schweren geistigen Behinderung ermöglichte. Bei diesen Neugeborenen erreichten die DHA-Spiegel im Blut jedoch nicht die bei normal ausgetragenen Kindern beobachteten Werte, aus noch wenig geklärten und wahrscheinlich vielfältigen Gründen.


Direkt oral verabreichtes DHA reduziert Mängel im Blut

In dieser Studie erhielten 31 Kinder, die nach einer Schwangerschaft von weniger als 30 Wochen geboren worden waren, randomisiert 40, 80 oder 120 mg DHA pro Kilogramm Körpergewicht täglich in Form einer wässrigen Emulsion oral. Weitere 23 Neugeborene bildeten die Kontrollgruppe; davon hatten 11 keinerlei Ergänzung erhalten und 12 hatten DHA aus der Muttermilch einer ergänzten Mutter aufgenommen. Bei der Analyse der mehrfach ungesättigten Fettsäurespiegel im Blut der Kleinen stellten die Forscher fest, dass diejenigen, die die Ergänzungen direkt oral erhalten hatten, nach 7 Tagen höhere DHA-Konzentrationen aufwiesen als die beiden Kontrollgruppen. Darüber hinaus wurde die DHA-Einnahme von allen Neugeborenen gut vertragen, ohne jegliche Nebenwirkungen.


Auf dem Weg zu zukünftigen Studien

Laut den Forschern, die die Studie geleitet haben, bestätigt diese, dass der DHA-Spiegel im Blut von Frühgeborenen durch direkte Verabreichung verbessert werden kann, anstatt über die Muttermilch, und zwar auf sichere und wirksame Weise. Die Effizienz des DHA-Übergangs von Mutter zu Kind kann nämlich von verschiedenen Faktoren abhängen, wie der unterschiedlichen Reaktion der Mutter auf die Ergänzung. Diese neue Studie stellt daher einen wichtigen Schritt hin zu zukünftigen Forschungen dar, in denen Methodik und Ergebnisse weiter verbessert werden können.


Quelle: C.T. Collins, T.R. Sullivan, A.J. McPhee, M.J. Stark, M. Makrides, R.A. Gibson. „A dose response randomised controlled trial of docosahexaenoic acid (DHA) in preterm infants" Prostaglandins, Leukotrienes and Essential Fatty Acids.