Frauengesundheit

Multiple Sklerose: Im Mai Geborene sind stärker gefährdet

Multiple Sklerose: im Mai geboren zu sein kann ein Nachteil sein


Wenn dich bisher der Geburtsmonat deines Kindes nur wegen seines Sternzeichens interessiert hat, hast du jetzt einen weiteren Grund, dir dieses Detail genauer anzusehen.



Niedrige Vitamin-D-Spiegel

Eine Studie der London University in Verbindung mit der Oxford University analysierte nämlich die Beziehung zwischen dem Geburtsmonat, den Vitamin-D-Spiegeln und der Entwicklung des Immunsystems bei Neugeborenen und stellte fest, dass der Geburtsmonat die Neigung zur Entwicklung von Multipler Sklerose bestimmen kann.




Die Bedeutung von Vit. D während der Schwangerschaft

Die von Dr. Ramagopalan durchgeführte Studie konzentrierte sich darauf, zu erklären, was als „Monatseffekt" bei der Multiplen Sklerose bekannt ist. Die Forscher untersuchten die Beziehung zwischen den Vitamin-D-Spiegeln bei schwangeren Frauen, den Spiegeln autoreaktiver T-Zellen beim Neugeborenen und der Neigung zur Entwicklung von Autoimmunkrankheiten wie der Multiplen Sklerose.  




Vitamin D und autoreaktive T-Zellen

Vitamin D spielt eine grundlegende Rolle bei der Entwicklung des Immunsystems des Neugeborenen und hilft zusätzlich bei den Kalzifizierungsprozessen und der Knochenentwicklung. T-Lymphozyten sind grundlegend für die Immunantwort gegen bestimmte Viren. Einige von ihnen sind autoreaktiv und in der Lage, den eigenen Organismus anzugreifen. Das Immunsystem sollte durch seine Reifung genau diese „anomale" Version der T-Lymphozyten eliminieren.




Die Studie

Es wurden Nabelschnurblutproben von 100 Neugeborenen analysiert: 50 im November und 50 im Mai Geborene. Die im Mai geborenen Neugeborenen hatten um 20 % niedrigere Vitamin-D-Spiegel als die im November Geborenen und fast doppelt so viele potenziell schädliche autoreaktive T-Lymphozyten.

Da diese Studie zeigt, dass der Geburtsmonat einen Einfluss auf die Reifung des Immunsystems des Neugeborenen hat, bietet sie zum ersten Mal eine potenzielle biologische Erklärung für den bekannten „Geburtsmonatseffekt" bei Fällen von Multipler Sklerose.

Die Forscher wiesen auf die Bedeutung der Supplementierung der Mutter mit angemessenen Vitamin-D-Dosen hin.

Während der Schwangerschaft nehmen die meisten Frauen Multivitamin- und Multimineralstoff-Nahrungsergänzungsmittel ein, aber die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Vitamin-D3-Dosen möglicherweise nicht ausreichend sein könnten. Wenn die Supplementierung grundsätzlich für alle werdenden Mütter empfohlen wird, sollten schwangere Frauen in den Wintermonaten sie als unerlässlich betrachten.



Disanto, G; Watson T.C.; Giovannoni, G; V. Ramagopalan et al. Month of Birth and Thymic Output JAMA Neurol. 2013;70(4):527-528. doi:10.1001/jamaneurol.2013.2116. http://archneur.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1676651