Krebs

Darmkrebs: Curcumin könnte die Chemotherapie wirksamer machen

Dickdarmkrebs: Macht Curcumin die Chemotherapie wirksamer?

Curcumin, ein biologisch aktiver Bestandteil, der aus Kurkuma gewonnen wird, scheint in der Lage zu sein, das Mikromilieu um die Zellen des Dickdarmkrebses zu verändern, die Wirkungen der Chemotherapie zu verstärken und die Faktoren zu reduzieren, die das Tumorwachstum fördern.


Die Entdeckung, veröffentlicht in der Zeitschrift PLoS ONE, wurde von Forschern der Ludwig-Maximilians-Universität München (Deutschland) durchgeführt.


Kurkuma – ein potenzielles Antitumormittel

Dickdarmkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung weltweit und ist durch eine hohe Rate an Metastasen und Rückfällen gekennzeichnet. Zudem entwickeln mehr als 15 % der Patienten eine Resistenz gegen die konventionelle Chemotherapie mit 5-Fluorouracil. Wissenschaftliche Belege deuten darauf hin, dass die Entstehung und das Fortschreiten von Dickdarmkrebs auf genetische Veränderungen und komplexe Wechselwirkungen zwischen den Tumorzellen mit ihrem Mikromilieu und benachbarten Zellen zurückzuführen ist. Nutraceuticals sind ideale Kandidaten, um das Tumormikromilieu zu modulieren und die Chemotherapie zu unterstützen. 


Dazu gehört Curcumin, ein Derivat der Pflanze Curcuma longa, eine polyphenolische Substanz mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften, die möglicherweise in der Lage ist, einige molekulare Ziele zu modulieren, die für die Krebsentstehung wichtig sind. Die Verwendung dieses Inhaltsstoffs hat in den letzten Jahren aufgrund seiner positiven Eigenschaften zugenommen, auch dank der Verfügbarkeit von Nahrungsergänzungsmitteln auf dem Markt wie Omegor Antiage.



Curcumin beeinflusst die Tumorinvasion 

Im Verlauf der Studie züchteten Frau Dr. Buhrmann, die die Experimente leitete, und ihre Mitarbeiter drei Tage lang menschliche Dickdarmkrebszellen zusammen mit stromalen Fibroblasten-Zellen (Zellen des Stützgewebes der Organe) und beobachteten danach Tumorcluster rund um die Stromazellen. 


Mit dieser Zellinteraktion war auch eine Zunahme von Molekülen verbunden, die die Zellproliferation, die Metastasenbildung und die Zelladhäsion fördern. Das Team untersuchte dann ein Mikromilieu, in dem Dickdarmkrebs- und Stromazellen mit verschiedenen Curcumin-Konzentrationen behandelt wurden. Einigen dieser Zellkulturen wurde auch das Chemotherapeutikum 5-Fluorouracil zugesetzt. 


Die Analysen zeigten, dass die Vorbehandlung mit Curcumin die Anwesenheit von tumorfördernden Faktoren reduziert hatte, während die Kulturen mit dem Chemotherapeutikum allein deren Konzentration erhöht hatten – wahrscheinlich als Abwehrreaktion des Mikromilieus und der Tumorzellen. Die Behandlung mit beiden Molekülen hatte zudem den Zerfall der krebsartigen „Sphären“ begünstigt, mit einem größeren Effekt in den mit Curcumin behandelten Kulturen.



Neue therapeutische Strategien am Horizont

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Verabreichung von Curcumin, mit oder ohne Chemotherapeutikum, hemmt die Expression von Molekülen, die Hinweise auf das Vorhandensein von Krebszellen geben. Dieses Ergebnis beweist nach Ansicht der Autoren erstmals den Effekt dieses Moleküls auf Tumorzellen, Fibroblasten und das Mikromilieu, also die Schaffung eines Umfelds, das die Wirkung von Chemotherapeutika wirksamer macht. 


Curcumin ist daher ein natürlicher Modulator des Krebsfortschreitens und ein Kandidat als therapeutische Strategie zur Verhinderung von Chemotherapie-Resistenz und zur Hemmung der Metastasenbildung. Um über die neuesten Nachrichten aus der wissenschaftlichen Forschung zu Omega-3 auf dem Laufenden zu bleiben, abonniere unseren Newsletter.



Quelle: Constanze Buhrmann, Patricia Kraehe, Cora Lueders, Parviz Shayan, Ajay Goel, Mehdi Shakibaei. “Curcumin Suppresses Crosstalk between Colon Cancer Stem Cells and Stromal Fibroblasts in the Tumor Microenvironment: Potential Role of EMT” PLoS ONE DOI: 10.1371/journal.pone.0107514