Omega-3 reduzieren die Chemotherapietoxizität bei Leberkrebs-Patienten
Lebertumore: Omega-3-Nahrungsergänzungsmittel reduzieren die toxischen Wirkungen der Chemotherapie
Omega 3 wirken den toxischen Auswirkungen der Chemotherapie bei Patienten mit Leberkrebs entgegen. Dies wurde durch eine in Human and Experimental Toxicology veröffentlichte Studie belegt. Forscher der Muslim University in Aligarh (Indien) entdeckten, dass die durch die Chemotherapie mit Cisplatin veränderten Leberparameter durch die Einnahme von Leinsämenöl, einem omega-3-reichen Nahrungsergänzungsmittel, normalisiert werden können.
Chemotherapie und Omega-3
Mehrere Studien haben gezeigt, dass Omega-3-Fettsäuren nützlich sind, um bestimmten Krebsformen vorzubeugen sowie die Größe von Tumormassen und die Häufigkeit von Metastasen zu reduzieren. Bisher betreffen die meisten erzielten Ergebnisse Darmkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs. Diese haben es ermöglicht zu schlußfolgern, dass diese Nährstoffe besonders nützlich sein können, wenn sie in Kombination mit herkömmlichen Therapien eingesetzt werden: Omega-3 können nämlich die Wirkung der Radio- und Chemotherapie verstärken. Diese Fettsäuren machen Krebszellen empfindlicher gegenüber der Wirkung freier Radikale, Moleküle, die Zellstrukturen schädigen können und durch Strahlung sowie bestimmte Krebsmedikamente erzeugt werden. Neben dieser Art von Wirkung gegen neoplastische Zellen üben Omega-3 auch eine schützende Aktivität gegenüber dem Organismus aus, in dem der Tumor aufgetreten ist. Dies ist der Fall bei Cyclophosphamid, einem bekannten Chemotherapeutikum, das toxische Nebenwirkungen haben kann, denen gerade die Einnahme von Omega-3 entgegenwirkt.
Eine Hilfe für die Leber
Die Studie der indischen Forscher konzentrierte sich auf die Nebenwirkungen von Cisplatin, einem der wirksamsten Chemotherapeutika zur Krebsbehandlung. Mehrere Studien haben die Toxizität dieses Moleküls für das Nierengewebe nachgewiesen, aber in sehr hohen Dosen kann dieses Chemotherapeutikum auch die Leber schädigen. Angesichts der zahlreichen von Omega-3 ausgeführten Vorteile beschlossen die Wissenschaftler zu prüfen, ob diese Fettsäuren die durch Cisplatin in der Leber verursachten Schäden begrenzen könnten. Ihre Forschungen umfassten Ratten, die mit einer Standarddiät oder mit leinsämenölhaltiger Nahrung gefüttert wurden. Nach 10 Tagen erhielten die Tiere eine Einzeldosis Cisplatin, entsprechend 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Die Analysen an Ratten, die kein Leinsämenöl erhalten hatten, zeigten, dass das in diesen Dosen eingenommene Chemotherapeutikum die antioxidativen Abwehrkräfte des Organismus verändert und die Aktivität der Enzyme Katalase, Superoxiddismutase und Glutathionperoxidase reduziert. Auch die Aktivität verschiedener am Zuckerstoffwechsel beteiligter Proteine wurde durch die Chemotherapie verändert. Die Einnahme des omega-3-reichen Nahrungsergänzungsmittels erwies sich jedoch als wirksam bei der Reduzierung aller dieser Veränderungen.
Omega-3, eine Wirksamkeit basierend auf der antioxidativen Kraft
Nach Ansicht der Autoren hängen die Vorteile des Leinsämenöls für die Lebergesundheit der chemotherapierten Tiere von den antioxidativen Eigenschaften dieses Nahrungsergänzungsmittels ab. Da Cisplatin nach wie vor eines der wirksamsten Chemotherapeutika ist, eröffnen die in dieser Studie erzielten Ergebnisse den Weg zu neuen interessanten Strategien zur Begrenzung seiner Toxizität.
Quelle
1. Naqshbandi A, Khan W, Rizwan S, Khan F, “Studies on the protective effect of flaxseed oil on cisplatin-induced hepatotoxicity”, Hum Exp Toxicol. 2012 Jan 16. [Epub ahead of print]



