Antiretrovirale Mittel und HIV: Omega-3 reduzieren Triglyceride ohne Nebenwirkungen
Antiretrovirale und HIV: niedrigere Triglyceride mit Omega-3-Nahrungsergänzungsmitteln
Die Omega-3 EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) reduzieren signifikant und ohne schwerwiegende Nebenwirkungen die Triglyceridspiegel bei HIV-Patienten, die mit antiretroviralen Medikamenten behandelt werden.
Die Nachricht wurde in der Zeitschrift Clinical Therapeutics veröffentlicht und eröffnet neue Möglichkeiten zur Bekämpfung dieser Problematik, die bei Menschen, die mit diesem Virus leben müssen, weit verbreitet ist.
HIV und Triglyceride: das Problem des Herz-Kreislauf-Risikos
HIV-Patienten (Human Immunodeficiency Virus), die mit hohen Dosen antiretroviraler Medikamente behandelt werden, haben oft erhöhte Bluttriglyceridwerte. Der Zustand, bei dem die Triglyceridkonzentrationen über 200 Milligramm pro Deziliter liegen, wird als Hypertriglyzeridämie bezeichnet und ist ein bekannter Risikofaktor für die Herzgesundheit. Erhöhte Triglyceridwerte erhöhen die Wahrscheinlichkeit, folgende Erkrankungen zu entwickeln:
- Thrombose
- Koronare Herzerkrankung
- Angina pectoris
- Herzinfarkt
Dieses Risiko erhöht sich zusätzlich, wenn neben dem Triglyceridspiegel auch die Konzentration des sogenannten “schlechten Cholesterins” über dem Normalwert liegt und die des “guten Cholesterins” gesenkt ist.
Omega-3 schützen Herz und Gefäße
Die Vorteile von Omega-3 fürs Herz sind gut bekannt: Diese Fettsäuren können auch Menschen helfen, die durch die antiretrovirale Therapie ihre Bluttriglyceridwerte kontrollieren müssen. Diese Nährstoffe können überhöhte Triglyceridwerte senken und erhöhen gleichzeitig den Spiegel des “guten Cholesterins”, was das kardiovaskuläre Risikoprofil verbessert.
Wirksame Nährstoffe im Kampf gegen HIV
Um diese Hypothese zu testen, ließ eine Forschergruppe des King’s College London 23 mit HIV infizierte und mit Antiretrovirale behandelte Patienten die zwei Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA einnehmen. Als Vergleichsgruppe erhielten weitere 25 Patienten ein Placebo. Beide Gruppen setzten die Einnahme 12 Wochen lang fort, während derer die mit Omega-3 behandelten Patienten täglich 460 mg DHA und 380 mg EPA erhielten. Die anfänglichen Triglyceridwerte lagen in der ersten Gruppe zwischen 156,64 und 943,4 mg/dl und in der zweiten zwischen 161,09 und 546,46 mg/dl. Während der gesamten Versuchsreihe war es keinem der Teilnehmer erlaubt, Statine einzunehmen. Alle nahmen hingegen auch Fibrate ein, die Mittel der ersten Wahl gegen Hypertriglyzeridämie. Die Ergebnisse sind sehr ermutigend: Während bei den Placebo-Patienten die Triglyceridwerte um 36,49 mg/dl stiegen, hatten die Omega-3 sie im Durchschnitt um 155,75 mg/dl gesenkt (Abnahme zwischen 6,53 und 69,48 %).
Eine wichtige Hilfe ohne Nebenwirkungen
Dieses wichtige Ergebnis wurde mit keinen schwerwiegenden Nebenwirkungen in Verbindung gebracht. Bei keinem mit Omega-3 behandelten Patienten wurden Veränderungen der Virusaktivität festgestellt. Weitere beobachtete Beschwerden, alle von leichter oder mäßiger Intensität, umfassen Übelkeit, Durchfall und Blähungen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse könnten Omega-3 ein wirksames Ergänzungsmittel ohne schwerwiegende Nebenwirkungen für die Gesundheitsversorgung von HIV-Patienten sein.



